Das war Burning Man 2012

Veröffentlicht: 12. September 2012 in Allgemein

Burning Man 2012 ist Geschichte, so wie die meisten Kunstwerke dort, und bald auch alle Hinterbleibsel der Mitwirkenden. Es war wie schon die Jahre zuvor eine mitreißende Woche voller persönlicher Freiheit, und wiederum füllen sich (nicht nur wegen des Jetlags) die Träume mit dem Gefühl, immer noch oder schon wieder dort zu sein. Nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Mitreisenden. Ich war mit drei Neulingen unterwegs: einer aus der Familie, einer aus dem Freundeskreis und einer aus Frankfurt von der Wüstengeflüster-Mailingliste. Mit den ersteren habe ich auch vorher eine Woche und hinterher einige Tage Urlaub geteilt. Jeder von ihnen hat nicht nur gesagt, dass sich dieser Event nicht verstehen läßt, wenn man nicht selbst dagewesen ist, sondern auch, dass er unbedingt wieder kommen will.

Was macht Burning Man so besonders?

Burning Man unterscheidet sich von fast jedem Festival hier in Europa, jedenfalls bezogen auf die Größe (z.B. Ecotopia). Es gibt im Unterschied zu hiesigen Festivals (incl. Fusion) keine Ausrichtung auf Musik, auch wenn es dort viel Musik gibt, sondern auf greifbare (und teilweise bekletterbare) Kunstwerke. Es gibt keine Trennung zwischen Veranstaltungs- und Campingareal, und auch nicht zwischen Veranstaltern und Teilnehmern, jeder ist aufgerufen, selbst etwas anzubieten oder dabei mitzuhelfen. Es gibt nur wenige, zu berücksichtigende Regeln (u.a. die 10 Prinzipien), und neben den trotzdem geltenden Bundes- und Landesgesetzen endet die eigene Freiheit tatsächlich erst an der Freiheit des Anderen. Die Frage ist dann, was macht man mit der Möglichkeit zur Freiheit? Man kann dort unabhängig von sonstiger Zurückhaltung oder Partyorientierung sehr den Unterschied zum üblichen Alltagsleben genießen und sich ausleben, spontane und unerwartete Erfahrungen machen und dabei auch mehr über sich selbst erfahren.

Herausforderungen

Neben den ganzen notwendigen Vorbereitungen für Unterkunft, Essen, Wasser und Überlebenshilfen (noch ein Unterschied zu klassischen Festivals), die Tage und Wochen in Anspruch nehmen können, ist auch die Mitarbeit („Volunteering“) teilweise schon vorher organisier- und planbar. Da ich diesmal nicht nur bei Campaktivitäten, sondern auch anderswo mithelfen wollte, habe ich mir im Vorfeld die Temple Guardians und das Burning Man Project herausgesucht und mich dort für bestimmte Arbeitsschichten gemeldet. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, verschiedene Schichten und andere Aktivitäten zu koordinieren, zumal ich vorher mein iPhone dafür benutzte, dies auf der Playa aber fast gar nicht benutzt habe. Nächstes Mal: Papierkalender und Armbanduhr.

Es ist mir aber anscheinend nicht so richtig gelungen, meine Mitreisenden zur aktiven Mithilfe und Mitgestaltung von Burning Man zu motivieren. Vorher das Thema eher ignoriert, und dabei dann so mit Eindrücken und Erfahrnugen (und körperlichen Blessuren) beschäftigt, dass es nicht mal zur spontanten Mithilfe bei den Lamplightern gereicht hat (und das sind nur einmalig 1-2 Stunden) … Ich fand das schade, denn Burning Man lebt nicht nur vom Miterleben (und Party und so), sondern davon, dass jeder aktiv etwas dazu beiträgt. Sich selbst als Teil einer (tanzenden) Masse einubringen ist aus meiner Sicht eher ein Notnagel, denn davon alleine läßt sich Burning Man nicht zu dem machen, was es heute ist. Ich würde jedenfalls nicht wollen, dass es zu einer reinen Party- und Musikveranstaltung „verkommt“. Deshalb auch der Wunsch nach mehr.

Burning Man und eine Woche Reise davon und danach zu kombinieren geht zwar, macht aber auch Mühe. Ein Roadtrip mit Camping unterwegs ist eine ganz andere Erfahrung, und ich würde diese beiden Arten eher nicht mehr vermischen wollen. Dann lieber zielgerichtet zur Playa, und danach eher direkt nach Hause. Spart auch Zeit und Geld … Die Ausleihe und Rückgabe des Mietwagens (eines Minivans) hat jedenfalls gut geklappt, auch wenn so ein Minivan für vier Leute incl. Gepäck und Wasser doch noch zu klein ist. Fahrräder und einen Teil des Wassers haben uns Freunde nachgebracht. Die anderen redeten über ein Wohnmobil fürs nächste Mal. Hat sicherlich mehr Transportplatz, aber auch deutlich höhere Kosten, und die Reinigung ist deutlich schwerer. Ich fands damals nicht deutlich vorteilhafter.

Ausblick und Aufruf

Nach den Erfahrungen dieses Jahr bei Nowhere in Spanien und Burning Man in Nevada wird es für nächstes Jahr höchste Zeit, ein eigenes (gemeinschaftliches) Kunstwerk beizusteuern, vorzugsweise unter Zuhilfenahme von Fördergeldern. Dies kann ein wichtiger Punkt in der Vorbereitung auf den nächsten Sommer werden, deshalb rufe ich alle auf, Burning Man und Nowhere als eine Möglichkeit zusehen, sich künstlerisch zu verwirklichen und dies mit den anderen zu teilen!

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